Absturzsicherung

Mitte der 1990er Jahre wurde bei den Deutschen Feuerwehren der Bereich Höhenrettung eingeführt. Aus der Höhenrettung entwickelte sich eine vereinfachte Version, die Absturzsicherung oder Höhensicherung.

 

Diese Aufgabe wird in der Verbandsgemeinde Untermosel von den Feuerwehren aus Brodenbach und Lehmen übernommen. Beide Einheiten besitzen je einen Gerätesatz Absturzsicherung, und werden daher im Einsatzfall immer gemeinsam alarmiert um sich an der Einsatzstelle personell und mit dem speziellen Equipment zu ergänzen.

Alle ausgebildeten Absturzsicherer sowie Gruppenführer haben eine eigene Alarmierungsschleife auf Ihrem Funkmeldeempfänger (FME) um für solche Einsatzaufgaben, die im weiteren Textverlauf noch näher erläutert werden, gezielt zusammengeführt werden zu können.

Für Feuerwehreinsatzkräfte, die Tätigkeiten in absturzgefährdeten Bereichen ausführen müssen, wird ein Gerätesatz Absturzsicherung benötigt. Der Gerätesatz Absturzsicherung wird in Bereichen eingesetzt, in denen es zu einem Unfall durch Absturz kommen kann.

Ursprünglich war die Feuerwehrleine für diese Arbeiten vorgesehen, doch diese weist klar festgelegte Einsatzgrenzen auf.

Die Feuerwehrleine dient zur Rettung von Personen, zur Selbstrettung, Eigensicherung und zum Transport von Geräten.

Sie hat keine dynamische (elastische, auffangende) Wirkung und muss daher immer straff geführt werden, um im Falle eines Absturzes ein "hineinfallen" ins Seil zu verhindern. Bei einem Sturz in eine nicht straff geführte Feuerwehrleine, würde sich die Person verletzen, im schlimmsten Falle könnte die Feuerwehrleine reißen. Daher darf man sie nur zu den oben aufgeführten Zwecken verwenden.

Halten/Zurückhalten (Mit der Feuerwehrleine und Gerätesatz Absturzsicherung möglich)

  • Sicherung von Personen mit dem Ziel einen Absturz auszuschließen bzw. die Absturzkante gar nicht erst zu erreichen

  • Freies Hängen im Seil muss ausgeschlossen sein

  • Leine muss immer auf Zug gehalten werden

  • Leine muss oberhalb des zu Haltenden angeschlagen sein

Kann ein freier Fall nicht ausgeschlossen werden oder liegt der Anschlagpunkt der Leine seitlich bzw. unterhalb der zu haltenden Person, so kommt der Gerätesatz Absturzsicherung zum Einsatz. Mit diesem ist ein Auffangen möglich.

Da das Kernmantel-Dynamikseil aus dem Gerätesatz sehr elastisch ist, kann es bei einem Sturz Energieanteile durch einen Ausdehnungsprozess auffangen. Außerdem besitzt es eine höhere Reißfestigkeit.

Auffangen (Mit der Feuerwehrleine NICHT möglich) 

  • Sicherung von Personen in absturzgefährdeten Bereichen, wo ein freier Fall nicht ausgeschlossen werden kann

  • wenn die Leine nur seitlich oder unterhalb des zu haltenden angeschlagen werden kann
    z.B. auf Kranauslegern, Masten, Durchbruchgefahr bei Decken

  • Auffangen darf nicht mit dem Feuerwehrhaltegurt durchgeführt werden

 

Mit dem Gerätesatz Absturzsicherung ist ein gesichertes Zurückführen aus einem absturzgefährdeten Bereich, das Ablassen einer Person die nach einem Sturz vom Sicherungsseil aufgefangen wurde, Selbstsicherung sowie eine Erstsicherung des zu Rettenden möglich.

 

Ein geplantes freies Hängen im Seil, muss bei der Absturzsicherung ausgeschlossen sein.

 

 

Der Gerätesatz Absturzsicherung beinhaltet nach DIN 14800-17 die Ergänzung der persönlichen Schutzausrüstung und alle Hilfsmittel, die von den Feuerwehren zum Sichern in absturzgefährdeten Bereichen sowie zum Retten und Selbstretten eingesetzt werden können.

Der Gerätesatz ist in einem Transportrucksack untergebracht und auf dem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) verstaut.

 

 

Inhalt des Gerätesatzes Absturzsicherung

 

1 Auffang- und Sitzgurt

1 Kernmantel-Dynamikseil, Länge: 60 Meter

15 Bandschlingen, Länge: 0,8 Meter

2 Bandschlingen, Länge: 1,5 Meter

15 Karabinerhaken, mit Verschlusssicherung

1 HMS-Karabinerhaken, mit Verschlusssicherung (HMS = Halbmastwurfsicherung)

1 Nahbereichs-Sicherung

2 Paar Schutzhandschuhe

1 Rettungsschlaufe oder Rettungsdreieck

mehrere Kantenschützer für Seil und Bandschlingen

 

Hinweis: Der Gerätesatz Absturzsicherung darf nur von ausgebildetem Personal benutzt werden.

 

 

 

Voraussetzungen für die Ausbildung als Absturzsicherer sind: 

  • Abgeschlossene Truppmannausbildung

  • Aktuelle G26-Untersuchung

  • Schwindelfreiheit

 

Die Ausbildungsdauer beträgt 24 Unterrichtsstunden.

 

 

Um ein freies Hängen/Arbeiten im Seil zu ermöglichen ist spezielle Ausrüstung sowie ein Lehrgang zum Höhenretter (80 Unterrichtsstunden) erforderlich.

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